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LEBEN UND HEILEN - Mineralwasser gesund?...

"Rund 550 amtlich anerkannte Mineralwassersorten tummeln sich mittlerweile auf dem bundesdeutschen Getränkemarkt und die steigende Nachfrage beflügelt die Getränke-Industrie zu immer neuen Kreationen.

Egal, ob mit Sauerstoff oder Kohlensäure angereichert, ob mit chemischen Farbstoffen schön bunt und kidsgetecht aufgepeppt – Mineralwasser ist „in“ und gilt als „cooler Gesundheitsspender“. Während noch vor dem zweiten Weltkrieg der Pro-Kopf-Konsum bei nur zwei Litern lag, liefert der Verbrauch 2002 von 144 Litern pro Kopf der Bevölkerung ein euroträchtiges Rekordergebnis. Und der Trend ist ungebrochen.

In diesem Jahr erwartet die Genossenschaft Deutscher Brunnen in Bonn bei Mineralwasser und mineralwasserhaltigen Erfrischungsgetränken sogar eine weitere Steigerung bis auf ca. 150 Liter pro Kopf.

Die Mehrzahl der Konsumenten will „gesund leben“ und bezweifelt, dass dies mit normalem Leitungswasser noch möglich ist. Allerdings resultieren beide Getränke aus dem gleichen „Rohstoff“, nämlich dem Regenwasser und es herrscht in punkto Hygiene Uneinigkeit. Beispielsweise, ob und wie schnell die zunehmende Chemikalienbelastung der Industrie langfristig auch in größere Bodentiefen vordringt und die natürlichen Quellen verunreinigt.

Etliche Wissenschaftler halten die derzeit geltende Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTV) aus hygienischer Sicht für nicht mehr zeitgemäß und fordern längst eine differenzierte Untersuchung für Schimmelpilze, Hefen und radioaktive Belastung.

Glaubt man den Qualitäts-Aussagen der modernen Wasserbroschüren, dann bestechen die „gesunden Durstlöscher“ insbesondere durch die Eigenschaften „sprudelnd, belebend, bakterienfrei und mineralstoffhaltig“. Produktaussagen, die nur bedingt halten, was sie dem Verbraucher versprechen !

Schädlichkeit von Kohlensäure!

Für eingefleischte Mineralwasserfreaks gehört “Luftschlucken“ inzwischen zum identitätsstiftenden Konsumverhalten, denn Kohlensäure spielt in der Getränke-Industrie eine überragende Rolle. Es dient als eine Art Konservierungsmittel und fördert die Wettbewerbsfähigkeit, weil damit „dauerhafte“ Haltbarkeit gewährt ist. Dass Kohlensäure abträglich für die Gesundheit ist, wird dezent verschwiegen. Eine Studie von Forschern der Technischen Universität Tallin und des Instituts für chemische und biologische Physik belegt, dass bereits beim Konsum von einem Liter sprudelndem Mineralwasser der zuträgliche Grenzwert an Natriumbenzoat (kristalline Form von Kohlensäure) mehrfach überschritten wird.

Kohlensäure ist eine schwache, zweibasische Säure mit der Summenformel H2CO3. Die Salze werden Karbonate und Bikarbonate genannt. Beim Erwärmen wird Kohlendioxidgas abgegeben, das allgemein als Kohlensäure bezeichnet wird – in Wahrheit aber ein Stoffwechselabfallprodukt organischer Nahrungsmittel ist, nämlich Kohlendioxid.

Die Getränke werden mit eben diesem Kohlendioxid versetzt und entsprechend unter Druck gesetzt (Bohi Verfahren) – nach dem Motto: Säure rein – Sauerstoff raus! Chemische Reaktionen in Richtung mikrobiologischer Instabilität werden zwar damit ausgeschlossen, die um gesetzten Säurenmengen sollten allerdings nicht unterschätzt werden. Was der Organismus als Stoffwechselendprodukt abatmet, wird hier in flüssiger Exposition („prickelnd und lebendig“) verabreicht. Auch wenn Ruktus und Rülpsen vordergründig die einzigen spürbaren Wirkungen sind, bei Trinkmengen bis zu 1,5-2 Liter pro Tag wird langfristig das Säure-Basen-Gleichgewicht nachhaltig beeinflusst."

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